Am Donnerstag hat der Imperial Cancer Research Fund in Oxford eine neue Studie vorgestellt, nach der das Blut veganer Männer einen niedrigeren Gehalt eines Proteins besitzt, das mit Prostatakrebs in Verbindung gebracht wird. Die Autoren erklärten, ein Zusammenhang sei noch nicht eindeutig bewiesen, doch ihre Resultate deuteten darauf hin, dass eine Ernährung ohne Fleisch und Milchprodukte das Risiko für Prostatakrebs reduzieren könne.
Die niedrigeren Blutwerte beziehen sich auf das Protein IGF-I, dem derzeit eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Prostatakrebs zugeschrieben wird. Bei Untersuchungen von 696 Männern unterboten die Werte der Veganer sowohl die der untersuchten Vegetarier als auch die der Fleischesser, sie lagen um sieben bzw. neun Prozent niedriger. Neben den Messungen an Individuen sehen die Autoren ihre Ergebnisse auch im nationalen Vergleich bestätigt: Prostatakrebs sei in Ländern, die einen niedrigen Durchschnittsverbrauch an Fleisch und Milchprodukten aufweisen, grundsätzlich weniger verbreitet.
Wir haben die im British Journal of Cancer dieser Woche veröffentliche Studie angefordert und werden gegebenenfalls weiter berichten.
11. Juni 2000