Die Firma »Vegis Lizenzvertrieb Thilo Bock« hat als Vertragspartner des Vegetarier-Bundes Deutschland und mit Unterstützung verschiedener Verbraucherzentralen die bundesweite Vermarktung eines vegetarischen Warenzeichens der European Vegetarian Union (EVU) übernommen.
Das Label ist grundsätzlich für vegetarische Produkte vorgesehen. Zusätzlich können Waren durch den Zusatz »vegan« unter dem Logo gekennzeichnet werden, wenn sie frei von allen tierischen Substanzen sind.
Hersteller müssen der zuständigen nationalen Vegetariervereinigung eine Liste aller Zutaten aushändigen, bevor sie ein Produkt mit dem Label kennzeichnen dürfen. Die Organisation ist verpflichtet, vor Lizenzerteilung selbst oder mit Hilfe geeigneter Institutionen die Inhaltsstoffe des vorgeschlagenen Artikels zu prüfen.
Für vegane und vegetarische Produkte ist nach EVU-Richtlinie die Zusammensetzung des Endproduktes ausschlaggebend. Damit können auch Artikel, in deren Herstellungsprozess tierische Substanzen angewendet werden, das V-Label tragen. Das könnte z.B. bei der Klärung von Bier oder Wein mit Gelatine oder bei der Herstellung von Sojajoghurt vorkommen.
Thilo Bock von Vegis ist sich dieser Problematik bewusst, bezeichnet einen solchen Sachverhalt jedoch als unwahrscheinlich. Alle Produkte würden vor Vergabe des Warenzeichens und später stichprobenartig von einem Analyselabor auf tierische Inhaltsstoffe untersucht. Bei Zutatenänderungen müsse sich der Hersteller einer erneuten Untersuchung unterwerfen. Da auch kleinste Rückstände tierischer Substanzen feststellen werden könnten, argumentiert Bock, würden die meisten Hersteller wohl auch im Produktionsprozess auf tierische Produkte verzichten.
vegan.de wird demnächst detaillierter über das Warenzeichen berichten.
24. Januar 2000