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Buchbesprechung: »Vegan genießen« Kochbuch von Suzanne Barkawitz Nicht immer werden die Veganer mit ihrer meistgehassten Frage »Was kannst Du denn überhaupt noch essen?« konfrontiert - manchmal treffen sie auch auf echtes Interesse. Dann stellt sich die Frage, womit den Interessenten die Praxis der veganen Ernährung am besten vermittelt werden kann. Während im englischen Sprachraum zahlreiche Kochbücher mit vielversprechendenden Titeln wie »The Vegan Gourmet« um des Lesers Lust an veganen Genüssen warben und angehenden Veganern jede Menge Anregungen und Motivation lieferten, stellte sich 1998 die Lage in Deutschland noch recht übersichtlich dar. Das Buch von Suzanne Barkawitz verbindet ausführliche Hintergrundinformationen zur veganen Lebensweise mit einem großen Rezeptteil und füllte so eine Marktlücke. Auch heute gehört ihr Buch für uns zu den besten Kochbüchern in deutscher Sprache.
Nach einer kurzen Einleitung unter dem Motto »Vegane Ernährung macht Spaß und beinhaltet keinesfalls nur faden Körnerfraß« beginnt das Buch mit der Historie der Vokabel »vegan« und einer knappen Darstellung der ethischen, wirtschaftlichen, ökologischen, gesundheitlichen und religiösen Gründe für eine vegane Lebensweise. Anschließend stellt die Autorin die mit der Aufnahme tierischer Produkte verbundenen Probleme den Vorteilen gegenüber, die pflanzliche Lebensmittel bieten. Ein Kapitel beschäftigt sich mit speziellen Zutaten, die im späteren Rezeptteil Verwendung finden. Dabei handelt es sich nicht um Spezialprodukte für Veganer, sondern z.B. um Sojaprodukte, Seitan, Meeresgemüse und zahlreiche Gewürze der asiatischen Küche. Für Umsteiger mit eigenem Rezeptbestand gibt es Tipps für den Austausch tierischer Lebensmittel. Der Hauptteil des Buches widmet sich dann auf 116 Seiten zahlreichen Rezepten. Neben dem Standardprogramm mit Suppen, Haupt- und Vorspeisen erscheinen folgende Kapitel erwähnenswert:
Mit gutem Grund eröffneten wir unsere Reihe von Buchbesprechungen mit dem wunderbaren Buch von Suzanne Barkawitz. Die Rezepte konnten wir alle leicht reproduzieren. Wir waren von dem Ergebnis freudig überrascht bis begeistert. Dem Buch merkt man durchweg die Freude und die Sorgfalt an, mit der es geschrieben und produziert wurde. Im gesamten Text geben Infokästen weiterführende Informationen oder nützliche Tipps und Abwandlungsmöglichkeiten zu den Rezepten. Die umfangreichen Kapitel zur Motivation, zu der Praxis und den gesundheitlichen Aspekten des veganen Lebens stellen angenehm lesbar und sachlich die Zusammenhänge dar. Nirgends wird belehrend der Zeigefinger erhoben. Die Begeisterung der Autorin für die fernöstliche Lebensart tritt lediglich in dem Kapitel »Warum vegan« ein wenig zu sehr in den Vordergrund. Unter der Überschrift »Ethische und religiöse Gründe« geht sie ausschließlich auf die Ahimsa (das Prinzip der Gewaltlosigkeit gegenüber Lebewesen) und verschiedene Religionen ein - und referiert dann auch noch über Exotisches wie die Rastafaris (Anhänger einer - vorwiegend vegetarischen - »Back to Africa«-Bewegung). Aber es gibt doch auch zahlreiche Veganer, die sich beispielsweise auf die rein ethischen Überlegungen moderner Philosophen, wie sie für die modernen Tierrechtsbewegung motivierend sind, stützen. Mit dieser Bemerkung zu einem Detail ist allerdings bereits alles gesagt, was wir an Kritikwürdigem im Buch gefunden haben. Eine besondere Erwähnung verdient noch die Herstellungsqualität des Buches. Es ist stabil gebunden, liebevoll layoutet und auf weißem Recyclingpapier gedruckt. Damit vermittelt es einen ökologisch engagierten und gleichzeitig hochwertigen Eindruck.
Ein fast perfekter Inhalt in formschöner Umhüllung führt zur uneingeschränkten Empfehlung.
Matthias Boller
Aus diesem Buch finden Sie in unser Bibliothek ein Rezeptbeispiel: Frittiertes Klebereiweiß |
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