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Buchbesprechung: »Veganissimo« Kochbuch von PeTA Oft zählen nicht nur Fakten und Argumente - Stars als Vorbilder unserer Medienwelt tragen erheblich zu der Einschätzung bei, was »in« und was »out« ist. Dies macht sich die aus den USA stammende Tierrechtsorganisation »People for the Ethical Treatment of Animals« (PeTA) schon seit langem zunutze und spannt traditionell Stars und Sternchen in ihre Kampagnen für die Rechte der Tiere ein. Dieser Rezeptur folgt PeTA auch bei der Konzeption des veganen Kochbuchs. Zunächst eine Klarstellung: Das Buch ist nicht mit der »Veganissimo« Reihe von »Face It« zu verwechseln - PeTA borgte sich für sein Kochbuch den Namen der Reihe und macht zum Ausgleich im Anhang ein wenig Werbung für die Werke von »Face It«.
Ingrid Newkirk, Gründerin und Vorsitzende von PeTA, erläutert zunächst in einem freundlichen Vorwort ihr persönliches Schlüsselerlebnis, das sie zum Veganismus und für den Kampf für die Rechte der Tiere motivierte. Auf die gesundheitlichen Aspekte der Ernährung geht das PeTA-Kochbuch mit einem kurzen Geleitwort von Neal Barnard, Präsident einer kritischen amerikanischen Ärzteorganisation, ein. Er versucht, auf knapp zwei Seiten mögliche Bedenken bezüglich einem eventuellen Mangel an Eiweiß, Kalzium oder Vitamin B12 zu zerstreuen. Auf den drei folgenden Seiten wird die Leserschaft dann auf den Veganismus eingeschworen und erhält praktische Tipps zum Leben als Veganer. Weitere fünf Seiten später - so viel muss an Werbung für die Organisation PeTA als Herausgeberin sein - beginnt der Rezeptteil. 24 mehr oder weniger prominente Persönlichkeiten stellen ihre Lieblingsrezepte vor und geben meist auch noch kurze Kommentare oder Schilderungen ihres persönlichen Entwicklungsprozesses hin zur vegetarischen Lebensweise zu Protokoll. Der Star-Mix besteht aus: Besonders erwähnenswert erscheinen uns die folgenden Rezepte:
PeTA bedient sich routiniert der prominenten Vorbilder und macht so Lust und Appetit auf eine vegetarische Lebensweise. Es bereitet einfach Vergnügen, durch das Buch zu blättern und die veganen Gerichte von Marusha, Moby, Nina Hagen oder Kim Basinger zu lesen (immer in der Hoffnung, dass diese wirklich schon einmal Kontakt zu »ihren« Rezepten hatten..). Glaubwürdig ist die Zusammenstellung der Prominenten in jedem Fall - in ihren Kurzbiographien oder Textbeiträgen »outen« sie sich fast alle als Vegetarier oder Veganer. Die Auswahl an Rezepten ist genauso bunt wie die Schar der Autoren. Teils werden nur einzelne Rezepte, einmal zwei vollständige Menüvorschläge geliefert.
Das Layout ist poppig, aber solide gemacht. Die zahlreichen, durchweg farbigen Abbildungen sind von guter Qualität. Sie tragen die professionelle Handschrift des Kochstudios der Zeitschrift »Vegetarisch fit«, in dem die Gerichte nachgekocht und fotografiert wurden. Nur wenige Details stören den positiven Gesamteindruck: In den einleitenden Kapiteln bemerkt man deutlich den amerikanischen Einfluss. Dort geben die Autoren manchmal so vollmundige Versprechungen ab, dass man sich ins TV-Shopping versetzt glaubt ( »Sie werden beeindruckt sein von der enormen Vielfalt, die die vegetarische Küche bietet. Ihre Verwandten und Freunde werden Sie zu Ihren neuen kulinarischen Fertigkeiten beglückwünschen. Ebenso werden Sie von den Veränderungen begeistert sein, die Sie an sich selbst erkennen..« ). Im folgenden Abschnitt über PeTA hat man immer mal wieder den Eindruck, einen aus dem Englischen schlecht übersetzten Text zu lesen.
Eine schwungvolle und seriöse Werbung für die vegane Ernährung. Für den eigenen Gebrauch und ganz besonders als Geschenk für interessierte Jugendliche empfehlenswert.
Matthias Boller
Aus diesem Buch finden Sie in unser Bibliothek ein Rezeptbeispiel: Burritos |
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