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Buchbesprechung: »Die vegane Küche« Kochbuch von Ingrid Newkirk und PeTA Im kleinen Markt der deutschsprachigen veganen Kochbücher ist die Tierrechtsorganisation PeTA gleich mit zwei Titeln vertreten. Kurz nach dem in klassischer PeTA-Manier mit zahlreichen Rezepten von Prominenten bestückten Buch »Veganissimo« erschien die vorliegende Rezeptsammlung.
Rund 80 Rezepte lieferte Heidrun Leisenheimer von der inzwischen aufgelösten deutschen Sektion von »Vegans International«. Die übrigen Anleitungen stammen aus verschiedenen Veröffentlichungen der weltgrößten Tierrechtsorganisation.
Die Schlichtheit des Layouts setzt sich auch bei den Texten in einer gewissen Schnörkellosigkeit fort. Nach einem kurzen, freundlichen Vorwort über die medizinischen und ökologischen Vorteile der veganen Ernährung von Neal Barnard, Präsident einer kritischen amerikanischen Ärzteorganisation, geht es direkt zur Sache. Die 150 Rezepte sind in die Kategorien »Vorspeisen« »Suppen«, »Salate«, »Hauptgerichte« sowie »Nachspeisen, Gebäck und Kuchen« aufgeteilt. Ein deutliches Schwergewicht liegt dabei auf den Hauptgerichten. Die Rezepte sind eine Mischung veganer Variationen »klassischer« Gerichte und phantasievoller »Neuentwicklungen«. Sie bestehen aus einer kurzen Zutatenliste und knappen, aber gut verständlichen und nachvollziehbaren Zubereitungsanweisungen. Hier einige Beispiele: Sollten dem Leser einige der (gar nicht so speziellen) Zutaten unbekannt sein, wird ihm in einem ausführlichen Zutatenverzeichnis sowohl mit einer Erklärung für die Verwendungsmöglichkeiten als auch den üblichen Bezugsmöglichkeiten (Asia-Shop, Bioladen, Supermarkt..) geholfen.
Auch wenn so mancher Hobbykoch anhand von bunten Fotos den letzten Motivationskick für die eigenen Aktivitäten gewinnen mag, zählen doch hauptsächlich die inneren Werte eines Kochbuches. Und hier hat »Die vegane Küche« viel zu bieten. Man erhält für knapp 15 Mark eine umfang- und variationsreiche Sammlung von Rezepten, die gut schmecken und einfach nachzukochen sind. Ob bei »Bayrisch Kraut«, dem »Indischen Curry-Reisgericht«, dem »gebackenem Gemüsepüree« oder »Spaghetti mit Gemüse und Erdnußsauce« - beim Testkochen anhand der Zutatenlisten und Anweisungen entstanden keinerlei Probleme, und beim anschließenden Verzehr kam Freude auf. Weil es so gar nichts Kritikwürdiges zu diesem Buch zu berichten gibt, möchte ich einen Punkt ansprechen, der mir hier und bei vielen anderen veganen Kochbüchern negativ auffällt. Während fast alle Rezepte politisch korrekt nach ihren Zutaten oder Ursprungsregionen benannt sind, kann man sich manchmal den Bezug auf Tierleichen doch nicht verkneifen. Mir erscheint ein Rezepttitel wie »Pürierte Gemüseleber« (die eine »wohlschmeckende und gesunde Alternative zu Tierleber« sein soll) oder »Schweizer Steak« eher abschreckend als motivierend. Zugegeben, dieses Problem tritt hier nur sehr vereinzelt auf, und einige »Einsteiger« in die vegetarische Lebensweise können so vielleicht eine Orientierung über das Erscheinungsbild der fertigen Mahlzeit gewinnen. Doch für mich würde das perfekte vegane Kochbuch nicht nur bei den Zutaten, sondern auch bei den Namen auf den Einsatz von Tieren verzichten.
Ein äußerlich schlichtes, doch handwerklich routiniert zusammengestelltes Kochbuch mit zahlreichen guten Rezepten zu einem unschlagbaren Preis. Uneingeschränkt empfehlenswert. Matthias Boller
Aus diesem Buch finden Sie in unser Bibliothek ein Rezeptbeispiel: Apfeltaschen |
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