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Medline-Abfrage zu »Vegane Ernährung«

Hier eine kurze Übersicht der medizinischen Forschung zum Veganismus anhand einer Durchsicht der Datenbank Medline für den Zeitraum der letzten fünf Jahre. Gesucht wurde nach dem Stichwort »vegan«.
Da der Autor kein Fachmann der Ernährungswissenschaften ist, erhebt diese Kurzübersicht keinen Anspruch auf die korrekte Einstufung der Ergebnisse.

Anhand der 39 Resultate unserer Abfrage lassen sich revolutionäre Veränderungen gegenüber 1995 nicht erkennen:

Zahlreiche Arbeiten beschäftigen sich mit dem Einsatz der veganen Ernährung in Zusammenhang mit der Behandlung bestimmter Krankheiten. Vor allem bei Arteriosklerose und rheumatischer Arthritis erhoffen und finden die Forscher positive Auswirkungen vom Verzicht auf tierische Produkte. Hinzu kommen zahlreiche Untersuchungen, in deren Kontext vegan lebende Menschen auftauchen. Die Einstufung »vegan« erhalten allerdings häufig Menschen, die speziellen Ernährungslehren wie Rohkost oder Makrobiotik folgen.

1997 berichtet das Klinikum Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität München von einem 14 Monate alten Säugling einer veganen Mutter mit schweren B12-Mangelerscheinungen. Noch im Alter von zwei Jahren wurden - offenbar irreparable - Schäden am Nervensystem des Kindes festgestellt. Auch hier wird zwar in der Kurzdarstellung der Ergebnisse von Veganern gesprochen, eine nähere Lektüre ergibt jedoch, dass die Mutter mehrere Jahre eine spezielle Rohkosternährung nach Burger (»Die Rohkosttherapie«) befolgte und ihrem Kind neben der Muttermilch nur getrocknete Früchte und Bananen anbot.

Eine Studie aus dem Jahr 1998 beschäftigt sich mit 84 Veganern und 26 Fleischessern in einem sibirischen Dorf. Die Forscher arbeiteten mit Fragebögen, klinischen Untersuchungen und Laboranalysen und fanden Verbesserungen einiger Gesundheitsfaktoren bei den Veganern, die außerdem ein günstigeres Körpergewicht und ein gesünderes Herz aufwiesen. Der B12- und Eisengehalt in ihrem Blut war normal, der Calciumgehalt jedoch niedriger.

Außerdem interessant: Eine Studie zur Simulation der Dioxinaufnahme durch die Nahrung von 1997, die uns vollständig vorliegt. Die Autoren sammelten Nahrungsmittel aus verschiedenen Regionen der USA und berechneten anhand dieser Proben die Menge des von Menschen aufgenommenen Dioxins.
Da frühere Studien sehr niedrige Dioxinwerte in Obst und Gemüse im Vergleich zu Fleisch, Milchprodukten und Fischen ergaben, simulierten die Autoren in dieser Arbeit auch eine vegane Ernährung. Ihr Modell erscheint angesichts folgender Zutaten realitätsnah: Äpfel, Bananen, Orangen, eingelegte Früchte, Nektarinen, Tiefkühlgemüse, grüne Bohnen, Salat, Kidneybohnen, Linsen, Tofu, Erdnussbutter, Cracker, Brot, Müsli, Makkaroni und Reis.
Die Summe der gefundenen Mengen an Dioxin, Dibenzofuran und PCB liegt bis auf Milch mit 0,12 ppt (pg/g) für alle tierischen Nahrungsmittel über 0,3 ppt, für Butter bei 1,07 und für Süßwasserfische gar bei 1,43 ppt. Die vegane Simluationszubereitung unterbot diese Werte erheblich, sie lag bei nur 0,07 ppt.


Stand: Oktober 1999

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