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Sojajoghurt: 100 Prozent pflanzlich, aber nicht ganz vegan

• Joghurt aus dem Supermarkt
Im Kühlregal des Supermarktes machen frischgebackene Veganer oft überraschende Entdeckungen: vegane Sojacreme, Sojadrinks oder gar Joghurt.

Fast immer ist die Firma Meylip dafür verantwortlich. Unter dem Namen »Alpro« vermarktet sie neben Tofu auch Sojajoghurt, Sojadrinks, Dessertzubereitungen und Sojacreme. Margarine und Öle der Marke »Sojola« stammen ebenfalls von ihr.

Diese Produkten sind laut Meylip frei von gentechnisch veränderten Sojabohnen und tragen die Auszeichnung »100 Prozent pflanzlich«. Das ist auch richtig, denn laut Zutatenliste und Auskunft von Meylip enthalten sie keine tierischen Produkte.

Beim Joghurt »Alpro Yofu« ergibt sich allerdings ein Problem, das Meylip gegenüber vegan.de bestätigt: Zur Herstellung werden Kulturen von »Lactobacillus Bulgarius« und »Streptococcus Thehmophilus« eingesetzt. Die beiden können nur mit Milchbestandteilen gezüchtet werden, und wird zunächst auch Yofu mit einem Anteil Milch hergestellt. Zu Beginn der Fermentierung wird sie mittels eines besonderen Verfahrens ausgefiltert. Danach ist Yofu »frei von Milcheiweiß und Milchzucker« - mit einem theoretischen Restanteil von weniger als zwei Tausendstel Promille.

Wir haben Meylip gefragt, welche Mengen Milch zur Herstellung einer bestimmten Menge Yofu erforderlich ist. Doch das ist ein Betriebsgeheimnis, und so müssen sich interessierte Veganer spekulieren, wie viel Milch für die Herstellung des veganen Joghurts aufgewendet worden sein könnte.


• Fast vegan: Joghurt aus dem Bioladen
Sehr viel auskunftsfreudiger ist man beim Bioanbieter Sojarei. Sein Angebot besteht derzeit aus je 25 verschiedenen haltbaren und frischen (gekühlten) Sojaprodukten, darunter Joghurt.

Alle Artikel werden nach schriftlicher Auskunft »ohne Verwendung irgendwelcher tierischer Produkte« hergestellt. Beim Sojajoghurt sind die Zutaten Sojamilch und eventuell eine Fruchtzubereitung, jedoch nicht Kuhmilch.
Auf genaue Nachfrage von vegan.de forschte Sojafrei in seiner Zutatenliste nach, und so fand sich auch hier ein Stück Kuh: Zwar wird vom Hersteller selbst keine Milch eingesetzt, doch die zur Fermentation des Joghurts eingesetzten Kulturen werden auf einer Nährlösung aufgezogen, die »geringe Mengen« Milchzucker enthält. Genauere Angaben zum Anteil Milchzucker möchte der Lieferant der Kulturen nicht machen, da dies Betriebsgeheimnisse betreffe.

Sojarei teilte uns jedoch mit: In Relation zum Endprodukt Joghurt werden 0,01 Prozent an Kulturen eingesetzt. Der für eine gegebene Menge Endprodukt aufgewendete Anteil tierischer Substanzen bewegt sich somit vermutlich im Bereich von 1 zu 100.000.

Sojareis Zutaten für das gesamte Produktsortiment stammen übrigens aus kontrolliert biologischem Anbau, die Produkte sind frei von Gentechnik und Aromastoffen. Sie stammen aus Österreich, werden jedoch sie in ganz Deutschland über den Bio-Großhandel vertrieben.

Stand: Februar-August 2000
 
 



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